Ein fertiges Kunstwerk zu betrachten, ist das eine. Skizzen zu Bildern oder Objekten geben Einblick in den Prozess, der dahintersteht. Erinnerungen von Zeitgenossen, Begegnungen und Gespräche mit dem Künstler können eine weitere Facette über Leben und Werk ergänzen. Dazu laden wir Sie ein, mit Ihren Erinnerungen an Gerd Piepenhagen beizutragen.

Wolfgang S. zur Entstehung des Bildes „Johanna - Schatten“, 61x81 cm, signiert; Piepenhagen '88

Die Geschichte zur abgebildeten Arbeit: Es war der dritte Anlauf, meine Tochter zu malen. Mit dieser Auftragsarbeit hatte Pipus Gerd Piepenhagen zwei Vorgaben einzuhalten: Farbe und nicht größer als einen Quadratmeter. Beim ersten Bild fehlte die Farbe – es war schwarz. Die Größe lag im Rahmen. So war es nicht vereinbart. Die Annahme habe ich abgelehnt. Beim zweiten Anlauf hat er das Maß sehr gut getroffen. Die Farbe: Rot – nur Rot! Das Bild habe ich abgenommen, verbunden mit der Bitte, ein weiteres zu malen.
Diese weitere, hier abgebildete Arbeit wurde dann ebenfalls angefertigt. Meine Tochter Johanna und ich nennen es „Die Zylindermänner“. Im oberen Teil des Bildes erkennt man, bei genauem Hinsehen, drei männliche Köpfe mit Zylindern. Dieses war eine Idee von Johanna, die mit etwa vier Jahren ein DIN-A4-Blatt im Querformat diagonal mit einer Linie versah und auf diese Linie drei männliche Köpfe mit Zylindern gezeichnet hat. Gerd hatte sich, bevor er mit der Arbeit begann, einige „Malereien“ von Johanna angesehen und die Zylindermänner in diesem Bild verarbeitet (Im oberen Teil; von der rechten Figur ist nur die Krempe des Zylinders zu sehen).

Ein anderes Bild habe ich von Sabine M. erstanden. Es hat die gleichen Maße wie das von Johanna und ist ebenso verarbeitet. Hierzu gibt es nur eine kleine Geschichte: Es hing ursprünglich im Weinpavillon am Neuen Haus. Pipus hat mir auf Nachfrage gestattet, es falsch herum aufzuhängen. Das fand ich passender. Signiert, Titel auf der Rückseite, „Opfer – fem. 88“