»Ich nehme Partei« – Impressionen der Ausstellungseröffnung am 3.4.2022 in Höxter

Ausstellung »Ich nehme Partei«, 3.4.–22.5.2022 in Höxter

Am Sonntag, 3. April 2022 um 11.30 Uhr ist die Eröffnung der Ausstellung von Gerd Piepenhagen im »Forum Jakob Pins« in Höxter, Westerbachstr. 35/37

Gerd Piepenhagen (1945 – 2019) hat für und inmitten seiner Kunst gelebt und dabei eindrucksvolle Werke in unterschiedlichsten Techniken geschaffen. Vor allem beschäftigten ihn die Themen von menschlicher Unterdrückung, Verfolgung und Misshandlung in ihren unmenschlichen Facetten. Für den Künstler war bei diesen Auseinandersetzungen nicht allein das an sich Unfassbare der Taten bedeutend, ihn bewegte die rationale Planbarkeit unmenschlichen Handelns. Er fasste seine Motivation in folgenden Worten zusammen: „Überall da, wo Menschen bedroht, unterdrückt und misshandelt werden, bin ich hellwach, nehme ich Partei.“ Für den Gerd Piepenhagen stellte sich aber nicht allein die Frage nach der Sichtbarmachung, sondern vielmehr auch nach der Legitimität und den Möglichkeiten ästhetischer Darstellungsformen des Grauens, die sein Werk als das eines Suchenden charakterisiert.

Begrüßung: Dr. Wolfgang Avenhaus, 1. Vorsitzender der Jacob Pins Gesellschaft und Dr. Julia Diekmann Museumskuratorin des Forums Jacob Pins

Einführung in die Ausstellung: Giso Westing – Künstler und Freund Gerd Piepenhagens

Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung von Noah und Kiara Hermann (Klavier).

Am Freitag, den 22. April um 19.30 Uhr lädt die Jacob Pins Gesellschaft im Rahmen der Reihe Kunstwerk(e) des Monats zu einem Ausstellungsgespräch mit der Kuratorin Dr. Julia Diekmann ein.

Öffnungszeiten: 3. April – 22. Mai 2022, Di. bis So. geöffnet von 10:00 bis 17:00 Uhr, Fr. 10:00 bis 19:30 Uhr

Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Corona-Schutzmaßnahmen. Ggf. erforderliche Impf- oder Genesenennachweise sind entsprechend dieser Vorgaben vorzuzeigen.

Vernissage 15.3.20 abgesagt, aber …

Vom 15.3. bis 12.4. findet in der hannoverschen Eisfabrik, Seilerstr. 15d die Gedächtnisausstellung von Gerd Piepenhagen statt: „Memorandum. Gerd Piepenhagen 1945 – 2019. Malerei, Zeichnungen, Objekte“. Die Vernissage ist am 15. März um 12 Uhr.

Die Vernissage wurde kurzfristig wegen Corona abgesagt.
Gleichwohl kann die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden:
Do. bis Sa. 15 – 18 Uhr, So. 14 – 18 Uhr

Den Text von Giso Westing, der Grundlage für die Eröffnungsrede sein sollte, können Sie hier herunterladen (PDF 50 Kb):

Kennen Sie Piepenhagen?

Sie verfolgen die hannoversche Kunstszene seit Jahrzehnten. Dann haben Sie natürlich auch Gerd Piepenhagen wahrgenommen. Ist das nicht dieser Künstler mit der Vorliebe für schwarze Farbe, der sich mit dem dustersten Teil der deutschen Geschichte auseinandergesetzt hat?

Ja, das ist korrekt. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Gerd Piepenhagen hat auch viele andere Arbeiten gemacht, die es verdienen, gezeigt zu werden. Wir haben auf dieser Website einen Bereich eingerichtet „Der andere Piepenhagen“, in dem wir Abbildungen von Bildern zusammentragen, die sich in Privatbesitz befinden.

Gerd Piepenhagen: Zwei Bilder zum Minotaurus-Motiv, 1989

Skizzen und Skizzenbücher

Skizzen haben einen ganz besonderen Reiz und sind so etwas wie ein Blick hinter die Kulissen der künstlerischen Arbeit. Und im Nachlass von Gerd Piepenhagen befinden sich viele Skizzenbücher und einzelne Skizzen. Insbesondere die gebundenen Skizzenbücher machen die (zeitliche) Einordnung der Bilder leichter, wenn man immer wieder Skizzen mit den großen Objekten und Objektbildern in Verbindung setzen kann.

Ein erstes Skizzenbuch haben wir jetzt für die Website aufbereitet.

Video »Ander Land« 2005

Im Nachlass von Gerd Piepenhagen fanden wir u.a. dieses Video mit Impressionen der Vernissage zur Ausstellung Ander Land in der »Galerie vom Zufall und vom Glück«, 2005 im Kubus, Hannover. Ein Concept-Video von Paolino Piccolo. Ich habe es auf meinen Vimeo-Account hochgeladen, um es hier zeigen zu können (J.H.)

Anschließend wurde die Ausstellung in Mellendorf gezeigt. Dort filmte Paolino Piccolo bei der Vernissage die Begrüßung und Einführung in die Ausstellung: